Von der Redaktion VPN Austria ·
VPN-Standort ändern: so geht es
Der Standort ist das Land des Servers, über den Ihr Datenverkehr läuft. Websites sehen dann die IP-Adresse dieses Servers statt Ihrer eigenen. Den Wechsel erledigen Sie in der App:
- VPN-App öffnen. Ist die Verbindung aktiv, trennen Sie sie nicht zwingend, die meisten Apps wechseln direkt.
- Länderliste oder Weltkarte öffnen.
- Gewünschtes Land wählen, bei vielen Apps zusätzlich eine Stadt oder einen Server.
- Verbinden und kurz warten, bis die App den neuen Standort anzeigt.
Welche Länder zur Auswahl stehen, unterscheidet sich je Anbieter. NordVPN nennt auf seiner Startseite mehr als 7.100 Server an über 225 Standorten. Wie viele Länder ein anderer Dienst bietet, finden Sie in unserer Rangliste und auf der jeweiligen Anbieterseite.
Wann sich ein Standortwechsel lohnt
Die gängigsten Gründe sind schnell aufgezählt. Auf Reisen möchten viele ihre heimischen Mediatheken weiter nutzen. Zu Hause wollen manche das Angebot eines anderen Landes sehen, etwa die Bibliothek von Netflix US. Wieder andere wechseln den Standort, weil ein Server überlastet ist und die Verbindung stockt. In allen drei Fällen läuft der Ablauf gleich: neues Land wählen, neu verbinden, Ergebnis prüfen.

Bei Streaming gilt: Die Bibliothek hängt vom Land und vom Dienst ab, und die Anbieter ändern ihre Sperren laufend. NordVPN funktionierte laut Top10VPN mit Netflix US und Netflix UK, dort sind insgesamt 17 Bibliotheken erreichbar, wobei Indien und die Niederlande nicht funktionierten. Auch Disney+ und BBC iPlayer liefen. DAZN Canada ließ sich nicht entsperren. Solche Ergebnisse gelten für den Zeitpunkt des Tests und können sich ändern.
Wie viele Länder bieten die Anbieter?
Die Auswahl an Ländern ist ein Unterschied, der beim Standortwechsel sofort auffällt. In den Daten unserer Rangliste kommt NordVPN auf 150 Länder, Proton VPN auf 149, ExpressVPN und Private Internet Access auf je 113, IPVanish auf 112. Surfshark und CyberGhost nennen je 100 Länder, hide.me 57. Kleinere Dienste liegen darunter: TunnelBear steht bei 46, PrivadoVPN bei 44, Shellfire VPN bei 40.

Je mehr Länder ein Dienst hat, desto wahrscheinlicher ist ein Server in dem Land, das Sie brauchen. Für den Alltag in Österreich reichen oft wenige Standorte. Wer häufig Angebote aus anderen Ländern nutzt, profitiert von einer größeren Auswahl. Ein Land auf der Liste heißt allerdings nicht, dass jeder Dienst dort jede Website freischaltet.
Ein Beispiel: Sie sitzen in Wien und möchten ein Angebot aus der Schweiz nutzen. Sie öffnen die App, wählen die Schweiz und verbinden. Nach wenigen Sekunden zeigt die App den neuen Standort an. Rufen Sie danach die Website des Dienstes auf. Meldet die Seite weiterhin Ihren alten Standort, trennen Sie die Verbindung, warten kurz und verbinden erneut. Hilft auch das nicht, leeren Sie den Browser-Cache oder nutzen ein privates Fenster. Manche Dienste speichern den Standort Ihres Geräts, und das private Fenster umgeht diese Speicherung.
Prüfen Sie außerdem, ob die App tatsächlich mit dem gewählten Server verbunden ist und nicht auf eine automatische Auswahl zurückgefallen ist. Viele Apps zeigen den Namen oder die Nummer des Servers an. Diese Angabe hilft, wenn Sie später dem Support schildern müssen, was nicht klappt.
Standort prüfen
Rufen Sie eine IP-Anzeige-Seite im Browser auf. Sie zeigt das Land Ihrer aktuellen IP-Adresse. Stimmt es mit dem Wunschland überein, hat der Wechsel geklappt. Wenn nicht, löschen Sie die Cookies der Seite oder laden sie im privaten Fenster neu.
Die Wahl des Standorts ist ein Abwägen zwischen Tempo, Datenschutz und Zweck. Ein naher Server ist schnell, ein weit entfernter bringt Zugang zu fremden Angeboten, kostet aber Tempo. Das Datenschutzniveau hängt weniger vom Land ab als vom Anbieter. Ein Beispiel: NordVPN hat seinen Sitz in Panama, Proton VPN in der Schweiz, Surfshark in den Niederlanden, IPVanish in den USA. Wer Wert auf den Gerichtsstand legt, findet ihn in jedem Test unserer Rangliste.
Welchen Standort sollten Sie wählen?
- Für Tempo: ein nahegelegenes Land. Im Test von Top10VPN verlor NordVPN bei lokalen Servern 4 % an Tempo und bei internationalen 14 %.
- Für Streaming: das Land, dessen Angebot Sie sehen wollen. Ob ein Dienst klappt, hängt vom Anbieter ab. Bei NordVPN funktionierten laut Top10VPN Netflix US, Disney+ und BBC iPlayer.
- Für Reisen: Österreich, um aus dem Ausland Ihre heimischen Angebote zu nutzen. Dazu muss der Anbieter einen Server in Österreich haben.
Standort wechseln auf dem Handy und am Computer
Die Schritte sind auf allen Geräten ähnlich. Auf dem Handy öffnen Sie die App und tippen auf das aktuelle Land. Auf Windows und Mac klicken Sie in der App auf die Länderliste oder die Karte. Bei einigen Diensten gibt es Schnellverbindungen, die automatisch den schnellsten Server wählen. Möchten Sie gezielt ein Land, ignorieren Sie diese Funktion und wählen den Standort selbst.
Prüfen Sie nach dem Wechsel auch, ob Ihre Apps noch wie gewohnt laufen. Banking-Apps und Behördenportale reagieren manchmal misstrauisch, wenn Sie plötzlich aus einem anderen Land zugreifen. Schalten Sie das VPN für solche Zugriffe kurz aus oder wählen Sie wieder Österreich als Standort. Das ist kein Fehler des VPN, sondern eine Schutzmaßnahme der jeweiligen Seite.
Wer häufig zwischen mehreren Ländern wechselt, kann sich in manchen Apps Favoriten anlegen. So ist der Wechsel mit einem Tipp erledigt. Nutzen Sie diese Funktion für die zwei oder drei Länder, die Sie wirklich brauchen.
Wenn der neue Standort nicht funktioniert
Ein Streamingdienst kann einzelne Server sperren. Probieren Sie dann einen anderen Server im selben Land oder ein anderes Protokoll. Schalten Sie das VPN danach einmal aus und wieder ein. Wie die Ersteinrichtung abläuft, steht im Ratgeber VPN einrichten.
Heimische Angebote im Ausland
Wer aus dem Ausland ORF oder SRF sehen möchte, wählt dafür den passenden Standort, in diesem Fall Österreich oder die Schweiz. Laut Tests von Comparitech und Cybernews funktionierten ORF und SRF mit NordVPN. Eine Garantie ist das nicht. Wenn ein Server nicht klappt, probieren Sie einen anderen im selben Land.
Kill Switch und Standortwechsel
Beim Wechsel baut die App eine neue Verbindung auf. In dieser Sekunde kann kurz keine geschützte Verbindung bestehen. Ist der Kill Switch aktiv, blockiert die App den Verkehr, bis die neue Verbindung steht. Bei NordVPN ist der Kill Switch laut Funktionsübersicht vorhanden. Er schützt davor, dass Daten beim Wechsel ungeschützt ausgehen.
Was ein Standortwechsel nicht kann
Er verändert nur, welche IP-Adresse Websites sehen. Er macht Sie nicht unsichtbar, und die Nutzungsbedingungen von Streamingdiensten bleiben bestehen. Lesen Sie diese vorab.
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Häufige Fragen
Wie ändere ich den VPN-Standort?
In der App ein anderes Land aus der Liste wählen und neu verbinden. Danach zeigt die App den neuen Standort an.
Wie prüfe ich, ob der Standort gewechselt hat?
Mit einer IP-Anzeige-Seite im Browser. Sie nennt das Land Ihrer aktuellen IP-Adresse.
Macht ein weiter entfernter Standort das VPN langsamer?
In der Regel ja. Bei NordVPN lag der Tempoverlust im Test von Top10VPN bei 4 % lokal und 14 % international.
Warum klappt Streaming nach dem Wechsel nicht?
Dienste sperren manche Server. Ein anderer Server im selben Land oder ein anderes Protokoll hilft oft.
Wie viele Länder hat NordVPN?
NordVPN nennt auf seiner Startseite mehr als 7.100 Server an über 225 Standorten. In den Daten unserer Rangliste sind es 150 Länder.
Kann ich den Standort wechseln, ohne die Verbindung zu trennen?
Bei den meisten Apps ja: Sie wählen ein anderes Land, und die App baut die neue Verbindung selbst auf.
